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Info: Hells Angels MC Berlin (Website www.fight-for-your-right.org / 2001) |
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Hells Angels MC Berlin
Im Jahr 1973 lag die Geburtsstunde eines Berliner MC. Die genaue Zahl der Member kann niemand mehr so genau beziffern, es werden so um die 20 Biker gewesen sein die sich zusammenfanden.
Ungezügelt, wild und keinen Exzess auslassend gab man sich den Namen eines Vogels, der einer alten Sage zufolge verbrannte und aus seiner eigenen Asche emporstieg: PHOENIX MC BERLIN. Es war eine entfesselte, rastlose Zeit in der man vorwiegend mit alten BMW’s die Berliner Nächte zum Tage machte. Ihre Heimat wurde eine Clubbude im eigentlichen Herzen Berlins. Der Bezirk Kreuzberg war auch außerhalb Berlins ein fester Begriff. Er stand für die „Berliner Bronx“ dort wo sich alternative Freaks, Häuserkämpfer, Ausländergangs, Punks und die noch verbliebenen Ureinwohner der einstigen Arbeiterklasse Berlins die Hand gaben.
Von hier aus streifte man durch die Berliner Nacht und machte sich bald einen festen Namen in der Bikerszene der Mauerstadt. Man stieg nach und nach auf das begehrte Milwaukee-Eisen um und etwa ab 1980 war der PHOENIX MC ein reiner Harley Davidson Club. Langsam aber sicher verfestigte sich der Mitgliederstamm und auch die Medien interessierten sich für den Club. Im Film „Christiane F.“ kann man sich ein kleines Bild der Urbesetzung dieses Clubs machen, und man sollte nicht der Annahme unterliegen das diese Szenerie während eines David Bowie Konzertes irgendeiner Regieanweisung unterlag: die Schlägerei wurde während eines AC/DC Konzertes aufgenommen und war Berlin und PHOENIX MC pur!
Man hatte mittlerweile ein neues Domizil gefunden, ein alleinstehendes Clubhaus in der Moabiter Quitzowstraße das den Namen „Headquarter“ bekam. Irgendwann hatte man einen gefestigten Status in der Berliner Bikerszene, jeder wusste wer PHOENIX war und womit er es zu tun hatte. So sehr man das ungestüme Leben genoss, so sehr dachte man aber auch über die Zukunft nach und begann über neue Herausforderungen nachzudenken. Wie viele andere Clubs auf der Welt hatten die Member der PHOENIX MC ein großes Vorbild.
Durch diverse Filme und reißerische Presseartikel wusste man von der No.1 der Bikerwelt. Man hatte zwar über die Jahre diverse Kontakte im In-und Ausland geknüpft aber die Idee einer weltumspannenden Bruderschaft reizte die Member und man beschloss Kontakt aufzunehmen. Die Umsetzung dieser Idee erfolgte dann auf einem sehr direktem, „typisch Berliner“ Weg: Man beschloss sich Flugtickets zu besorgen, die Taschen zu packen, flog nach Kalifornien und betrat einfach die Tür zu „Frisco Choppers“ und nahm damit Kontakt auf zum HELLS ANGELS MC CALIFORNIA.
Der Besuch war der Grundstein des Werdeganges des PHOENIX MC, und durch diverse Besuche von Bike-Shows des HELLS ANGELS MC und einem Trip zu den kanadischen HELLS ANGELS hatte man endgültig Blut geleckt und wusste, dass es der einzig wahre Weg war auf dem sich der MC befand. Es war dann das Jahr 1987 in dem das bekannte Colour des PHOENIX MC endgültig aus dem Berliner Straßenbild verschwand. Man war einen entschiedenen Schritt weiter: Es gab jetzt den MC GERMANY-BERLIN, das rot-weiße Prospectcharter des HELLS ANGELS MC.
Als Einstand veranstaltete man 1988 eine Berlin Bike Show im Tiergarten, unweit des Reichstages und Brandenburger Tores und man hatte sich nicht verkalkuliert. Aus dem In-und Ausland reisten die Gäste an und genossen die Szenerie in Mitten der Stadt.
Am 03.02.1990 war es dann soweit: Die Geburtsstunde des HELLS ANGELS MC BERLIN hatte geschlagen und wurde ausgelassen im ANGEL PLACE in der Quitzowstraße in Moabit gefeiert. Obgleich jetzt mit Member-Status Besuche bei Brüdern in aller Welt ganz oben auf dem Programm standen, wurden die Kontakte zur Berliner Szene nicht vernachlässigt. Es folgten diverse Bike Shows in Berlin, und nach Fall der Mauer auch im grünen Umland der Hauptstadt. Auch der City Run auf dem Clubgelände in Moabit wurde zum festen Bestandteil der Berliner Szene. Die Tattoo-Convention, erstmals 1991 in einer Kreuzberger Disco veranstaltet, entwickelte sich in nunmehr 12. Jahren zum Maßstab für Veranstaltungen dieser Art in Europa.
Im Jahr 1998 jährte sich das Bestehens des HELLS ANGELS MC zum 50.Mal. Ein halbes Jahrhundert zuvor, im Jahre 1948 wurde das "Berdoo" Charter in San Bernadino, California gegründet, 1973 das erste deutsche Charter in Hamburg. Aus diesem Anlaß veranstalteten alle deutschen Charter des Clubs eine Ausstellung in der Universal Hall unweit des Berliner Clubhauses. Man wollte einen Einblick in die Lebensart des Clubs geben und versuchen die Beweggründe der Menschen die diesen Lebensweg wählen der Öffentlichkeit zu vermitteln. Aus aller Welt wurden die Ausstellungsobjekte von den Brüdern nach Berlin geschickt. Es gab wohl kaum ein Ölgemälde, Schmuckstück, Dragster, Weltkarte, Holzschnitzerei oder historisches und aktuelles Photomaterial auf dem nicht der geflügelte Deathhead zu sehen war, das Symbol das in Deutschland jetzt mittlerweile fast 30 Jahre mit Stolz getragen wurde.
Wenn man diese Menschen kennt, Menschen die teilweise über ein Vierteljahrhundert miteinander zurückgelegt haben, die zusammen gelebt, gekämpft, geliebt, gefeiert, gelitten und gestritten haben, weiß man, das Worte wie Resignation oder gar Kapitulation nicht zu deren Wortschatz gehören.
Und wenn ein Bundesinnenminister meint mit einem Federstrich das Tragen eines Emblemes zur Straftat erklären zu müssen und hofft somit eine Selbstauflösung des HELLS ANGELS MC einzuleiten, müssen wir den Mann leider enttäuschen. Zu einer Zeit, als der ehemalige RAF-Verteidiger Otto Schily noch Waffendepots der US-Armee in Deutschland blockierte und der PHOENIX MC seine Clubbude in einem besetzten Kreuzberger Haus bezog, konnte man an vielen Häuserwänden einen Graffiti-Spruch lesen:„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“
Otto hat den Spruch vergessen – Wir nicht!
Love and Respect to our Brothers around the globe!
HAMC BERLIN 666
mp
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